Wie der Wolf gleich doppelt auf den Hund kam

Wie der Wolf gleich doppelt auf den Hund kamAlle Hunde mal herhören: Ihr könnt aufatmen. Denn jetzt ist endlich geklärt, wo Ihr herkommt, wer Eure Vorfahren sind und was Ihr nun wirklich mit dem Wölfen zu schaffen habt, also rein genetisch gesehen. Den Engländern sei Dank. Sie haben herausgefunden, dass alle Hunde auf der Welt, also wirklich alle, vom Wolf abstammen. Aber ganz so einfach ist das nach den Erkenntnissen der Experten von der britischen Universität Oxford nun auch wieder nicht. Und Ihr liebe Menschen, wisst jetzt, warum Euer süßes kleines Schätzchen auf vier Pfoten mit einer Schulterhöhe von 15 cm und 2,5 kg Körpergewicht manchmal so furchterregend böse kucken kann. Das ist der Wolf in ihm. Aber keine Angst, er will nur spielen.

Die Sache war nämlich so. Man wusste bislang nicht so recht, ob der Hund an sich aus Europa oder aus Asien stammt. Es sieht jetzt ganz so aus, dass der Hund aus beiden Regionen kommt, Nämlich aus Ostasien und Europa bzw. den Nahen Osten. Er hat sich demnach an zwei Schwerpunkten aus wilden Wölfen entwickelt, wohl unter dem Einfluss des Menschen, der ihn an das häusliche Leben und seine Gesellschaft gewöhnt hat. Ein Erbgutvergleich von etwa sechzig Hunden, die vor etlichen tausend Jahren gelebt haben, mit 2500 heutigen Hunden hat die Forscher zu dieser Erkenntnis gebracht.

Einem Artikel im Fachblatt „Science“ nach haben sich die Hunde in Asien und Europa zunächst getrennt voneinander entwickelt. 10000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gab es bereits Hunde sowohl in Europa als auch in Asien. Aus Teilen des Erbgutes eines irischen Hundes, der vor 5000 Jahren lebte, konnte man noch den zu jener Zeit deutlichen Unterschied zwischen europäischen Hunden und ihren asiatische Kollegen herauslesen. Verwandt waren sie damals noch nicht. Erst danach vermischten sich die beiden Abstammungslinien, als die asiatischen Hunde mit den Menschen in das heutige Europa einwanderten. Interessant ist, dass das älteste europäische Hundefossil aus Bonn-Oberkassel im Rheinland stammt. Also aus der Zeit als asiatische und europäische Hunde noch nichts voneinander wussten. Der Fund ist das nach heutigem Stand der Forschung weltweit älteste gesicherte Fossil eines Hundes. Dieser 15000 Jahre alte Schädelknochen wurde in einem Grab zusammen mit den Überresten eines Mannes und einer Frau gefunden und markiert damit den Beginn der engen Beziehung von Mensch und Hund. Die Ausbildung der unendlich vielen heutigen Rassen hat sich sicherlich erst langsam und dann immer schneller unter dem züchterischen Einfluss des Menschen entwickelt. So gesehen ist die sprichwörtliche Freundschaft zwischen Mensch und Hund zwar alt aber nicht wirklich alt.