Hunde, die sitzen, rennen nicht!

Oder: kleine Verkehrserziehung für Hunde.

Hunde, die sitzen, rennen nicht!Ist doch klar, möchte man meinen. Hunde können wie Männer nicht zwei Dinge gleichzeitig? Ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. Stellen Sie sich mal einen jungen Hund vor, aufgeregt, hin und her wieselnd, von allem und jedem leicht abzulenken. Und jetzt gehen Sie mit ihm Gassi. Hinter dem ersten Radfahrer will er gleich hinterher jagen. Der Junge auf dem Skatboard? Wahnsinnig interessant, da muss ich hin. Die Taube auf der Fahrbahn? Mit der will ich spielen, jetzt und sofort. Brav spazieren gehen wie ein gut erzogener Hund? Das machen wir später. Und so weiter. Was soll man da machen, der Hund ist einfach nicht zu bremsen. Aber laufen lassen geht auch nicht. Da gibt’s nur eins: erziehen, freundlich, energisch und immer wieder. Sonst ist auch der ausgewachsene Hund immer noch so verspielt und ablenkbar. Bei kleinen Hunden mag das ja zuweilen niedlich sein, lästig ist es in jedem Fall und vor allem nicht ganz ungefährlich. Bei großen Hunden nur noch gefährlich. Nicht nur für das Tier auch für Mensch und Umwelt. Die Lösung hat vier Buchstaben und zwar von S bis Z. Richtig, das Zauberwort heißt „Sitz!“, mit einem energischen, dicken Ausrufezeichen. Hunde brauchen nämlich klare Ansagen. Und je früher man damit anfängt desto besser. Einsteiger üben noch ohne Radfahrer und Autos. Einfach stehen bleiben, den Hund ansprechen und ein lautes „Sitz“ erschallen lassen. Früher oder später sitzt der Hund auf Kommando. Erstens weil er sich sowieso gerne hinsetzt, wenn Herrchen oder Frauchen stehen bleiben, und zweitens weil er gelernt hat, dass der Gehorsam mit einem Leckerchen belohnt wird. Mit sowas und Geduld lässt sich Hunden alles, na ja fast alles beibringen. Wenn die Trockenübung beherrscht wird, kann man sie auch mal in Ablenkungssituationen üben. Kommt ein Radfahrer, frühzeitig das Kommando geben, bei Bedarf ruhig und energisch wiederholen. Sitzt der Hund, loben und eine Belohnung geben. Den Radfahrer vorbeilassen, noch einen Moment warten und dann mit einer kurzen Aufforderung an den Hund den Spaziergang fortsetzen. Der Hund lernt dabei, dass ihn zum Beispiel Radfahrer nicht zu interessieren haben. Und irgendwann interessieren sie ihn auch nicht mehr. Dann kommen kleine Kinder auf diese seine Liste, Jogger, Autos, Tauben usw. Und mit Geduld und Konsequenz klappt’s nach einignWochen auch an der Bordsteinkante!