Schadstoffe in Verpackungen

Kommen durch Verpackungen auch problematische Inhaltsstoffe in unser Essen? Und wenn ja, welche und wie schädlich sind sie?

Schadstoffe in VerpackungenBei der Lebensmittelverpackung kommt es nicht nur darauf an, dass das Lebensmittel gut verschlossen ist. Es muss auch sicher sein, dass keine Schadstoffe von der Hülle ins Nahrungsmittel übergehen. Sonst werden der Geschmack und die Gesundheit beeinträchtigt. Auch wertvolle Inhaltsstoffe könnten theoretisch reduziert werden, und das Lebensmittel kann bei ungeeigneter Verpackung verderben. Prinzipiell können Lebensmittel Substanzen aus der Umhüllung lösen. Dies gilt vor allem für Säfte und andere Flüssigkeiten. Der Gesetzgeber hat daher festgelegt: Es sind nur zugelassene Materialien für die Verpackung eines Lebensmittels zu verwenden.

Obwohl der Gesetzgeber die Materialien für die Verpackung kontrolliert, gelangen etwa 100.000 verschiedene Substanzen daraus in unsere Nahrungsmittel. Das schätzt zumindest Dr. Konrad Grob, führender Verpackungsanalytiker in Europa. Er ist der Ansicht: „Die meisten Stoffe sind noch gar nicht identifiziert, geschweige denn auf ihre Unbedenklichkeit geprüft.“ Er vermutet, dass die Menge an Chemikalien, die aus Tüten, Kartons und anderen Verpackungen ins Essen wandern, sehr groß ist. Sogar etwa hundertmal größer als die Rückstände von gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln in konventionellen Lebensmitteln. Verpackungsmaterialien aus Polystyrol (Styropor) und Polyvinylchlorid (PVC) gelten zudem als besonders umweltschädlich. Und sie müssen energieaufwendig hergestellt und entsorgt werden. Sie werden auf Mülldeponien kaum abgebaut. Werden sie verbrannt, entstehen gesundheitsschädliche Substanzen.

Mineralöle fand die Stiftung Warentest 2013 in der Schokolade von Adventskalendern. Sie stammten aus den Druckfarben von Zeitungen und anderem Altpapier. Daraus bestanden die Kartonverpackungen. Bei Untersuchungen waren die Grenzwerte für die sogenannten gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe z.B. in Recyclingkartons für Müslis, Babykost und Puddingpulver teils um das Zehn- bis Hundertfache überschritten. Bei Tieren gab es Ablagerungen davon in Leber, Milz, Lymphknoten und selbst in der Muttermilch. Unter den fraglichen Substanzen findet man auch einige, die als krebserregend gelten. Dabei wären die Schadstoffe ganz einfach zu verhindern: Recyclingkartons von innen mit einer dünnen Schicht unbedenklichem Kunststoff überziehen. Damit würde der Übergang aus der Schachtel ins Lebensmittel gestoppt.

Weißer Karton ist gesundheitlich unbedenklich. Unproblematisch sind auch Lebensmittel in durchsichtigen Tüten aus Cellophan. Verpackte Lebensmittel sollten – wann immer das möglich ist – nach dem Einkauf immer in Gläser, Edelstahlbehälter oder Keramikgefäße umgefüllt werden. Plastikdosen werden mit der Zeit porös. Fettlösliche Lebensmittel können Schadstoffe daraus herauslösen. Im Naturkosthandel bemüht man sich um umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Verpackungen. Da dort alle Materialien leicht zu entsorgen und zu recyceln sein müssen, dürfen schwer abbaubare Kunststoffe wie beispielsweise PVC nicht verwendet werden. Die umweltverträglicheren Kunststoffe wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) verwendet man nur, wenn man sie nicht vermeiden kann. Dazu gehören auch Aluminium und Verbundmaterialien.

 

Das Magazin „Impulse“ der DKV hat unlängst diese kurze Zusammenfassung des Themas veröffentlicht.