Der Buchtipp von LESELUST empfiehlt im Februar:

1913 – Der Sommer des Jahrhunderts

„1913“ ist ein als Tagebuch geschriebener Roman., ein romanhaftes Tagebuch. Jeder Monat wird mit kurzen oder längeren Einträgen über bekannte oder damals noch weniger bekannte Künstler, Wissenschaftler oder Politiker notiert. Auch Ereignisse werden beschrieben.
Im Februar sind z.B. diese Notizen zu lesen: Marcel Duchamp setzt einen Meilenstein in der modernen Kunst. Sigmund Freud hat Erfolg. In Wien trifft Stalin auf Trotzki. Und: Trotzkis Attentäter wird geboren.Ein noch unbekannter Adolf Hitler malt Aquarelle in einem Wiener Männerwohnheim.Coco Chanel expandiert mit ihrem Hutladen.
Da wird gelitten und geliebt, erfunden und belächelt, intrigiert und entmündigt: Die Benefiz-Auktion für Else Lasker-Schüler mit Gemälden der Maler der „Brücke“ wird ein Desaster. Keiner will die Gemälde kaufen, so dass sich die Künstler gezwungen sehen, sich gegenseitig Bilder ab zu kaufen. Es kommen 1600 Mark zusammen. Der heutige Wert der Bilder beträgt 100 Millionen Euro!
Wir begleiten u.a. Gustav Klimt, der anscheinend ein äußerst lockerer Vogel gewesen sein muss. (Nach seinem Tod warteten 14 ehemalige Modelle mit Vaterschaftsklagen auf.)
Am 23 Oktober begeben sich der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und Kaiser Wilhelm II. auf eine zweitägige Jagd. Kaiser Wilhelm schießt 1100 Fasane. Er isst dann abends leider nur einen.
Florian Illies’ Buch macht einfach Spaß und ist informativ. Da möchte man doch gleich mehr über die eine oder andere Person lesen. Nach dieser Lektüre hat man den Eindruck, auf unterhaltsame Weise wieder etwas dazugelernt zu haben.

Florian Illies, 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts - S. Fischer Verlag – 19,99 €

ISBN 978-3-10-036801-0

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M. Schuster