Geld aus Berlin – seit fast 732 Jahren

Ausstellung zeigt die Geschichte der Staatlichen Münze

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Durch wie viele Hände mögen diese Münzen wohl gegangen sein? Was mag man damals dafür bekommen haben?

Solche und ähnliche Gedanken hat, wer das Gebäude der Staatlichen Münze in Reinickendorf betritt. Die Besucher gelangen direkt in die Ausstellung über die Geschichte der Münzprägung in Berlin.

Der Galvano Helmpfennig aus Silber ist hier zu sehen. Um 1420 wurde er geprägt. Damit ist er das älteste, der Münzstätte Berlin zugeordnete Stück. Nicht nur Münzen werden ausgestellt, sondern auch Medaillen berühmter Berliner Politiker, Wissenschaftler, Künstler, Erfinder, Ingenieure, Ärzte, Forscher, Generäle und Beamter. Zum Beispiel eine Kupfermedaille aus dem Jahr 1854 zum Tod von Johann Friedrich August Borsig. Für preußische Könige wurden ebenfalls Medaillen hergestellt. Friedrich Wilhelm I. wurde 1719 mit einer Zinnmedaille geehrt. Mit 131 Millimetern Durch messer gehört dieses Stück zu den größten je geschaffenen Prägemedaillen. Dagegen ist der Berliner Kipperpfennig (1621, Kupfer in Silbersud) mit seinen elf Millimetern Durchmesser ein Winzling.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Münze Berlin am 4. April 1280. Somit ist sie der älteste produzierende Betrieb der Stadt. Zu jener Zeit wurden Geldstücke noch mit dem Hammer und Muskelkraft geprägt. Erst ab 1820 konnten sie maschinell gefertigt werden. Diederich Uhlhorn hatte die Kniehebelpresse entwickelt, mit der bis zu 70 Münzen pro Minute geprägt werden konnten. Zwei solcher Geräte sind hier ausgestellt.

Heute werden modernste Maschinen eingesetzt, um nach Mustern erfahrener Künstler gesetzliche Zahlungsmittel und wertvolle Jubiläumsmedaillen zu prägen. 2010 waren es 400,1 Millionen Umlaufmünzen: Euro- und Centmünzen mit dem Buchstaben A. Dieses noch heute gültige Münzzeichen führte König Friedrich II. von Preußen 1750 für die Berliner Münze ein. Außerdem wurden im vergangenen Jahr m606600 Medaillen produziert. Wer das einmal aus nächster Nähe erleben möchte, kann nach Anmeldung an einer Führung durch die Produktionsstätte teilnehmen. Einen Einblick dazu ge währt bereits die Ausstellung. Zwei Filme informieren darüber, wie Münzen heutzutage produziert werden und wie man echte von falschen Euro-Münzen unterscheiden kann.

2011 wurden neun verschiedene Gedenkmünzen ausgegeben, unter anderem zum 200. Geburtstag von Franz Liszt und zur Frauenfußball-WM. Für das nächste Jahr sind ebenfalls neun Gedenkmünzen geplant, z. B. „50 Jahre Deutsche Welthungerhilfe“ und „200 Jahre Grimms Märchen“. Diese und andere Sammelobjekte sind in einem Shop erhältlich.

2005 zog die Staatliche Münze von Mitte an die Ollenhauerstraße 97. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr.

Auskünfte unter der Faxnummer 2425178, per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und unter www.muenze-berlin.de.

Tobias Böker