Skrei - Winterkabeljau

Das Gold der Lofoten

Der Winterkabeljau ist die Fischspezialität Norwegens. Er ist etwas so besonderes, dass man ihm schon vor Jahrhunderten einen eigenen Namen gegeben hat: Skrei. Was so viel wie Wanderer bedeutet. Jedes Jahr im Januar machen sich nämlich Millionen von Skrei aus der eisigen Barentsee auf in Richtung der fast 800 Kilometer entfernten Lofoten, eine Inselgruppe, rund 400 Kilometer nördlich des Polarkreises. Sie verlassen ihre Heimat, um zu ihren angestammten Laichplätzen zu gelangen. Mindestens fünf Jahre sind sie alt, und damit im besten Alter und kräftig genug für die lange anstrengende Wanderung. Schon die Wikinger vor gut eintausend Jahren begannen, den Zug der Skrei wirtschaftlich zu nutzen. Auch wurde der Skrei schon in getrockneter Form exportiert. Und in den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der Skreifang vor den Lofoten zur bedeutendsten Saisonfischerei ganz Norwegens. Mitte des 19. Jahrhunderts waren jeden Winter über 30.000 Menschen direkt oder indirekt mit dem Skreifang beschäftigt. Und die Norweger wussten das „Gold der Lofoten“ zu wahren. Nach strengen Richtlinien dürfen die Fische bis spätestens April nur mit Angeln, Netzen oder Langleinen gefangen werden. Aber ohne seine herausragende Qualität wäre der Skrei nie zu einer solchen Berühmtheit geworden. Sein Erfolgsgeheimnis ist das feste, äußerst wohlschmeckende Fleisch. Bis ein Meter lang und acht Kilo schwer kann er werden. Nach der langen Wanderung hat er am Ziel viel Fett verloren und festes Muskelfleisch entwickelt. Damit ist er der kulinarische Höhepunkt eines jeden Winters. Aber auch außerhalb Norwegens ist er bis in die Spitzengastronomie zu einer anerkannten Delikatesse geworden.