Ottolenghi. Das Kochbuch, mediterran – orientalisch – raffiniert.

Ottolenghi. Das Kochbuch, mediterran – orientalisch – raffiniert.Wenn ein israelischer Koch, Yotam Ottolenghi, und sein palästinensischer Kollege, Sami Tamimi, zusammen ein Restaurant in London aufmachen, ist das an sich schon eine spannende Sache. So geschehen im Juli 2002. Wenn sie dann auch noch anfangen, Kochbücher zu machen, ist das ein Erlebnis. Der Erfolg der beiden zeigt sich daran, dass sie inzwischen mehrere Restaurants betreiben, Brexit hin oder her. Und zum Glück haben sie es nicht bei dem ersten Kochbuch gelassen. In nahezu regelmäßigen Abständen sind weitere gefolgt. Wir stellen hier das vor, mit dem alles angefangen hat: Ottolenghi, Das Kochbuch, mediterran – orientalisch – raffiniert. Es ist 2008 in England erscheinen, die deutsche Ausgabe folgt schon, oder besser: erst 2012. Ottolenghi schreibt darüber im Vorwort: „Willkommen zu einem Fest der Sinne. Bei Ottolenghi schwelgen wir in intensiven Aromen und üppigen Farben. Und wir lieben es, unsere Speisen so darzubieten, wie es Händler auf dem Markt tun würden: mit Begeisterung zeigen, was man hat, und die Vorzüge seiner Produkte von Herzen empfehlen.“ Und weiter: „Wir stammen beide aus einem Teil der Welt mit einer einzigartigen kulinarischen Tradition - aus Israel und Palästina. Und wir lieben die Küche unserer Kindheit. Beide haben wir frisches Obst und Gemüse in Hülle und Fülle genossen. Orangen aus Jericho, aus denen der allersüßeste Saft gepresst wurde, knackige kleine Salatgurken mit dem ursprünglichen Geschmack des Bodens, pralle Granatäpfel, unter deren Last sich die kleinen Bäume bogen, Feigen, Walnüsse, Wildkräuter … - die Liste ist lang.“ Es folgt ein Lobgesang auf Zitrone und Knoblauch, bei denen es sich für Ottolenghi um „kühne, würzige, intensive und gelegentlich auch kontrastierende Aromen handelt“. Und er bekennt sich zu dem Wunsch, mit seiner Art zu kochen „Erstaunen hervorzurufen, und (Ihnen) ein spontanes „Whow!“ zu entlocken.“ Soweit so gut. Kein Wunder, dass er sich von der aufwendigen Haute Cuisine unterscheiden möchte. Ganz im Gegenteil, Ottolenghi und sein Team kochen schnörkellos, lassen die Lebensmittel einfach und unverfälscht. Dabei sehen sie sehr wohl ebenso die Probleme der Lebensmittelindustrie wie die der Massen-Tierhaltung. Hier wird ein sympathischer, realistischer Ansatz vertreten, der sich an erreichbaren Idealen orientiert und jede Art von Fanatismus vermeidet. Denn es geht trotz allem darum, den Spaß am Kochen zu erhalten und die Lust des Genießens zu pflegen.

Eine praktische Kostprobe liefert das Süßkartoffelrezept auf Seite 23.